WACC (inkl. Tax-Shield)

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Die Weighted Average Cost of Capital, WACC (gewogenen Kapitalkosten) sind ein gewichteter Mischzinssatz aus Eigenkapitalkosten und Fremdkapitalkosten. Die Gewichtung erfolgt nach dem Verhältnis der Marktwerte von Eigen- und Fremdkapital.[1]

Im Gegensatz zum WACC (exkl. Tax-Shield) wird der Steuervorteil der Fremdfinanzierung (Tax Shield) im Zinssatz berücksichtigt.

siehe auch-> Diskontierungszinssatz, Weighted Average Cost of Capital (Begriff)

Synonyme

Bezeichnung Quelle
Gewichtete Kapitalkosten Bachl (2018), S. 54;
Gewogene Kapitalkosten IDW S 1 (2008) Rz. 133 ff; Ballwieser / Hachmeister (2013), S. 162; Mandl / Rabel (1997), S. 321;
Gewogene Kapitalkosten für das verschuldete Unternehmen Dörschell u.a. (2012), S. 7;
Gewogene durchschnittliche Kapitalkosten WPH-Edition (2018), Tz. A 141;
WACC KFS/BW 1 (2014) Rz. 39;
WACC (incl. Tax-Shield) Ihlau / Duscha (2019), S. 83, 86;
Weighted Average Costs of Capital Ballwieser / Hachmeister (2013), S. 162; Aschauer / Purtscher (2023), S. 121; Bachl (2018), S. 54; WPH-Edition (2018), Tz. A 141;

Bedeutung

Bedeutung für:

Berechnung

Formel: [2]

[math] r_{(WACC)} = r_{(EK)v} \cdot \frac{EK^*}{GK^*} + r_{(FK)} \cdot (1-s_u) \frac{FK^*}{GK^*} [/math]

[math] EK^* [/math] Marktwert des Eigenkapitals
[math] FK^* [/math] Marktwert des Fremdkapitals
[math] GK^* [/math] Marktwert des Gesamtkapitals
[math] r_{(EK)v} [/math] Verschuldete Eigenkapitalkosten
[math] r_{(FK)} [/math] Fremdkapitalkosten
[math] r_{(WACC)} [/math] WACC (inkl. Tax-Shield)
[math] s_u [/math] Unternehmenssteuer

Bestandteile

Die obige Formel besteht aus mehreren Bestandteilen: [math] r_{(WACC)} = r_{(EK)v} \cdot \frac{EK^*}{GK^*} + r_{(FK)} \cdot (1-s_u) \frac{FK^*}{GK^*} [/math]

[math] r_{(WACC)} [/math] [math] r_{(EK)v} \cdot \frac{EK^*}{GK^*} [/math] [math] r_{(FK)} \cdot (1-s_u) \frac{FK^*}{GK^*} [/math]
WACC (inkl. Tax-Shield) Eigenkapital Fremdkapital
- [math] r_{(EK)v} [/math] [math] \frac{EK^*}{GK^*} [/math] [math] r_{(FK)} [/math] [math] (1-s_u) [/math] [math] \frac{FK^*}{GK^*} [/math]
- Verschuldete Eigenkapitalkosten Eigenkapitalquote Fremdkapitalkosten Steuervorteil der Fremdfinanzierung Fremdkapitalquote
1. Eigenkapital

[math] r_{(EK)v} \cdot \frac{EK^*}{GK^*} [/math]

Der erste Teil der Gleichung stellt die gewichtete Verzinsung des Eigenkapitals dar: Die verschuldeten Eigenkapitalkosten werden mit der Eigenkapitalquote (zu Marktwerten) gewichtet.

2. Fremdkapital

[math] r_{(FK)} \cdot (1-s_u) \frac{FK^*}{GK^*} [/math]

Der zweite Teil der Gleichung stellt die gewichtete Verzinsung des Fremdkapitals dar: Die Fremdkapitalkosten werden mit dem Steuervorteil der Fremdfinanzierung und der Fremdkapitalquote (zu Marktwerten) gewichtet.

Aufgrund des hohen Anteils der Fremdfinanzierung in vielen Branchen kommt der Berechnung der Fremdkapitalkosten besondere Bedeutung zu.[3] In die WACC-Ermittlung fließen stets die marktüblichen Fremdkapitalkosten ein, um die Konsistenz mit der Marktwertgewichtung zu wahren.[4]

Der Steuervorteil der Fremdfinanzierung (Tax Shield) ergibt sich aus der Abziehbarkeit der Fremdkapitalzinsen von der Steuerbemessungsgrundlage und somit der Verminderung der Steuerbelastung.[5]

Im (Standard) Capital Asset Pricing Model (CAPM) fließen nur die Unternehmensteuern ([[Körperschaftsteuer]]) ein. Die [[persönlichen Ertragsteuern (Kapitalertragsteuer) bleibt hingegen unberücksichtigt. Soll die persönliche Ertragsteuer berücksichtigt werden, ist das Tax-CAPM anzuwenden.

Zirkularitätsproblem

Die Gewichtung von Eigen- und Fremdkapitalkosten erfolgt zu Marktwerten. Dies führt zu einem Zirkularitätsproblem, da das Ergebnis der Berechnung der Marktwert des Eigenkapitals gleichzeitig in die Formel einfließt.

Zur Lösung dieser Problematik bestehen grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

Mandl / Rabel (1997), S. 322 präferieren die Festlegung einer (konstanten) Zielkapitalstruktur. Diese kann sich von der aktuellen Struktur unterscheiden (z.B. Branchenwerte). Dabei ist m.E. zu überprüfen, ob dies mit den Ausschüttungsannahmen zusammenpasst.

Literatur

Fachgutachten

  • KFS/BW 1 (2014) Rz. 39;
  • IDW S 1 (2008) Rz. 133 ff;

Fachliteratur

  • Aschauer / Purtscher (2023) S. 121 f, 283 ff;
  • Bachl (2018), S. 54;
  • Ihlau / Duscha (2019), S. 83, 86;
  • Mandl / Rabel (1997), S. 39, 321 ff;
  • WPH-Edition (2018), Tz. A 143;

Unterlage(n)

siehe auch -> Liste der verwendeten Literatur, Liste der verwendeten Symbole, Liste der verwendeten Formeln

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Vgl. KFS/BW 1 (2014) Rz. 39.
  2. Ex Aschauer / Purtscher (2023), S. 120.
  3. Mandl / Rabel (1997), S. 326.
  4. Mandl / Rabel (1997), S. 328.
  5. Vgl. Ihlau / Duscha (2019), 46.