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Version vom 6. Mai 2025, 13:11 Uhr
Seite aus Benutzer:Peter Hager/Baustelle/Diverse Hinweise#Geld / Zahlungsmittel (20.1.2024) lö
* Geld - bisher auf Wiki verlinkt: (Preis, Transaktion, Gut, Produktionsfaktor)
- Geldmarkt - bisher auf Wiki verlinkt: (Markt, Analyse)
- Geldpolitik - bisher auf Wiki verlinkt: (Referenzzinssatz, Konjunktur) siehe auch Wirtschaftspolitik
- Geldwäsche - bisher auf Wiki verlinkt: (Wirtschaftliche Eigentümer Register)
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Inhaltsverzeichnis
Begriff (lö)
(zT) ok
Geld [1] ist jedes vom Staat oder einer durch ihn ermächtigten Stelle beglaubigte, zum Umlauf im öffentlichen Verkehr bestimmtes Zahlungsmittel ohne Rücksicht auf einen allgemeinen Annahmezwang.[2]
Satz ev löGeld ist ein Zahlungsmittel. Das in der Währungsverfassung eines Staates als gesetzliches Zahlungsmittel bestimmte Geld bezeichnet man als Währung.[3]
Die Zentralbank (EU EZB) hat das Monopol Geld zu erzeugen und in Umlauf zu bringen. Von anderen hergestelltes Geld ist Falschgeld.
Bedeutung
ev ändern Funktion
- Weiterleitung:
siehe auch-> [[]]
(zT) ok
Geldfunktionen sind in der Volkswirtschaftslehre und speziell in der Geldtheorie Merkmale, die ein Vermögenswert erfüllen muss, um als Geld eingestuft werden zu können.[4]
Das Geld hat drei primäre Funktionen: *)
- Rechenmittelfunktion: Geld ist Bewertungsmaßstab aller Güter, dadurch wird ein Tausch erleichtert;
- Wertaufbewahrungsfunktion: Um als Geld geeignet zu sein, muss das Medium aufbewahrt werden können;
- Tauschmittelfunktion: Zentrale Funktion, dadurch änderte sich der direkte Tausch Gut gegen Gut in den indirekten Gut gegen Geld gegen Gut.
Neben diesen prämeren Geldfunktionen gibt es noch sekundäre:[5]
- leichte Handhabbarkeit und gute Transportierbarkeit,
- allgemeine Akzeptanz,
- Preisstabilität und
- hohe Fungibilität.
Geldarten
- Weiterleitung:
(zT) ok
Geldarten [6]
- Bargeld, das in Form von Münzen und Banknoten (Papiergeld) als Kassenbestand vorhanden ist oder
- Einlagen von Geschäftsbanken bei der Zentralbank besteht.
- Buchgeld (bzw. Giralgeld), einem Zahlungsanspruch einer Nichtbank gegenüber einem Kreditinstitut auf einem Girokonto.
Heutzutage wird ein Großteil der Zahlungen bargeldlos über EC-Karten oder Kreditkarten abgewickelt. Der größte Teil der Geldmenge besteht aus Girokonto- und Tagesgeldguthaben (Sichteinlagen).
Weblinks
- Monetäre Basis (Zentralbankgeld) bei Wikipedia, abgefragt 4.5.2025;
- Zentralbankgeld bei Gablers Wirtschaftslexikon, abgefragt 4.5.2025;
- Bargeld bei Wikipedia, abgefragt 4.5.2025;
- Bargeld bei Gablers Wirtschaftslexikon, abgefragt 4.5.2025;
- Banknote (Papiergeld) bei Wikipedia, abgefragt 4.5.2025;
- Banknote bei Gablers Wirtschaftslexikon, abgefragt 4.5.2025;
- Münze bei Wikipedia, abgefragt 4.5.2025;
- Münzen bei Gablers Wirtschaftslexikon, abgefragt 4.5.2025;
- Buchgeld bei Wikipedia, abgefragt 4.5.2025;
- Buchgeld bei Bundeszentrale für politische Bildung, abgefragt 4.5.2025;
Geldmenge
- Weiterleitung: Geldmenge
erg
https://de.wikipedia.org/wiki/Geld
https://de.wikipedia.org/wiki/Geldmenge
- Allgemeines
- Geldmengendefinitionen
https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/geldmenge-32198
https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19454/geldmenge/
eigene
Unter Geldmenge versteht man den Geldbestand einer Volkswirtschaft einer bestimmten Bindungsdauer, der sich in Händen von Nichtbanken, d.h. Haushalte, Unternehmen (ohne Kreditinstitute), Staat und Ausland (ohne Auslandsbanken) befindet. Geldmengen können durch Geldschöpfung erhöht oder gesenkt werden.[7]
Die Aggregate der Geldmenge werden von den [[Zentralbanken] nicht einheitlich definiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) definiert sie wie folgt:[8]
Links korr
| Aggregat | Bestandteil |
|---|---|
| Banknoten und Münzen außerhalb der Zentralbank (einschließlich Kassenbestände der Geschäftsbanken) + Zentralbankgeldbestand der Geschäftsbanken auf Konten bei der Zentralbank | |
| Bargeldumlauf bei Nichtbanken (ohne Kassenbestände] der Geschäftsbanken) + Sichteinlage der Nichtbanken | |
| + Einlagen mit vereinbarter Laufzeit bis zu zwei Jahren und Einlagen mit gesetzlicher Kündigungsfrist bis zu drei Monaten | |
| + Geldmarktfonds, Repoverbindlichkeiten, [Geldmarktpapiere und [Bankschuldverschreibungen mit einer Laufzeit bis zu zwei Jahren |
erg Links Die Regelung und Kontrolle der Geldmenge hat eine erhebliche Bedeutung für die reibungslose Funktion aller Wirtschaftsabläufe in der Volkswirtschaft. Geldmenge und Gütermenge müssen in der Volkswirtschaft im richtigen Verhältnis stehen. Eine starke Zunahme der Geldmenge löst inflatorische Entwicklungen, d. h. Preissteigerungen aus, während eine Unterversorgung der Wirtschaft mit Geld zur Deflation führt. Die Steuerung und Überwachung der Geldmenge mit dem Ziel, die Stabilität des Euro zu sichern und eine Inflation oder Deflation im Euroraum zu verhindern, ist die wichtigste Aufgabe der EZB.[9]
Literatur
Weblinks
- Geldmenge bei Wikipedia, abgefragt 4.5.2025;
- Geldmenge bei Gablers Wirtschaftslexikon, abgefragt 4.5.2025;
- Geldmenge bei Bundeszentrale für politische Bildung, abgefragt 4.5.2025;
* [
NN bei Grundlagen Statistik], abgefragt 4.5.2025;
Geldschöpfung
- Weiterleitung:
Hauptartikel-> [[]]
- Synonyme: [[]]
siehe auch-> [[]]
fe
https://de.wikipedia.org/wiki/Geld
- Geldschöpfung
→ Hauptartikel: Geldschöpfung Stilisierte Bilanzbilder bei Kreditgewährung durch Geschäftsbank(en), einzel- vs. gesamtwirtschaftliche Betrachtung, erstellt durch die Bank of England 2014. Nicht jede Kreditgewährung führt zu einer Erhöhung der Geldmenge (Decker/Goodhart 2021), es hängt von den Zahlungsströmen ab – siehe auch Kreditmechanik.
Geld entsteht heutzutage üblicherweise im zweistufigen Bankensystem aus Zentralbank und (Geschäfts)-Banken.[11]
Zentralbankgeld besteht aus dem Bargeld und den Guthaben der Geschäftsbanken bei der Zentralbank. Verkaufen die Geschäftsbanken der Zentralbank Wechsel, Devisen oder Wertpapiere, so erhalten diese Zentralbankgeld in Form von Geldscheinen, Geldmünzen oder Zentralbankguthaben. Zentralbankgeld kann auch durch verzinsliche Kreditvergabe der Zentralbank an Geschäftsbanken gegen Pfandhinterlegung entstehen. Den Prozess der Zentralbankgeldschöpfung kann die Zentralbank über ihr geldpolitisches Instrumentarium (insbesondere Leitzins und Offenmarktpolitik) steuern. Geld entsteht auch, wenn die Zentralbank Ausgaben tätigt, für die sie mit Zentralbankgeld bezahlt.
Giralgeld entsteht hauptsächlich, indem eine Bank einen Kredit vergibt und dem Kunden den entsprechenden Betrag auf seinem Konto gutschreibt (Giralgeldschöpfung). Hierbei kommt es zu einer Bilanzverlängerung; die Aktivseite der Bankbilanz wächst um den Kreditbetrag, die Passivseite wächst um das Kontoguthaben des Kunden. Banken können die Geldmenge jedoch nicht beliebig durch Kreditvergabe erhöhen, weil sie verpflichtet sind, diese Kredite je nach Ausfallrisiko mit bis zu 8 % Eigenkapital zu unterlegen. Weitere begrenzende Faktoren sind generell die Bereitschaft der Banken zu Kreditvergaben sowie der Kunden zu Kreditaufnahmen (im Falle von Banken-, Wirtschafts- oder Finanzkrisen kann die Giralgeldschöpfung nachlassen und die Giralgeldmenge sinken – vgl. Nettokreditaufnahme
https://de.wikipedia.org/wiki/Geldschöpfung
Als Geldschöpfung wird in der Bankbetriebslehre und Volkswirtschaftslehre die Schaffung neuen Geldes bezeichnet. Buch- oder Giralgeld wird von privaten, genossenschaftlichen oder öffentlich-rechtlichen Geschäftsbanken für deren Kunden bei der Kreditvergabe oder beim Ankauf von Vermögenswerten erzeugt. Bargeld wird hingegen als Teil der Geldbasis (auch Zentralbankgeld genannt) von einer Zentralbank zunächst für die Geschäftsbanken in ähnlichen Vorgängen geschaffen. Bargeld gelangt nur in öffentlichen Umlauf, wenn vorhandenes Buchgeld von Kunden einer Geschäftsbank am Bankschalter oder Geldautomaten in Bargeld umgetauscht wird.
- Allgemeines
Giralgeld stellt eine Verbindlichkeit einer Geschäftsbank dar, Bargeld eine Verbindlichkeit der Zentralbank. Ein Zahlungsvorgang zwischen Bankkunden ist im Falle von Bargeld eine Übergabe, im Falle von Giralgeld eine Verrechnung solcher Verbindlichkeiten zwischen den Kunden, den beteiligten Banken und der Zentralbank. Bezahlt dagegen eine Bank einen Kunden, wird Geld als deren Verbindlichkeit erzeugt; der gegenteilige Vorgang vernichtet es.
Die Buchgeldschöpfung geht der Schöpfung von Zentralbankgeld voraus. Die Buchgeldmenge (M3) übersteigt in Europa die Zentralbankgeldmenge (M0) im Umfeld einer normalen Geldpolitik ca. um das Zehnfache. Während einer Phase unkonventioneller Geldpolitik mit quantitativer Lockerung kann der Wert der Geldbasis aber auch auf über ein Drittel des Wertes der Buchgeldmenge ansteigen.[1][2]
Der Bargeldumlauf, als Teil der Geldbasis, liegt recht konstant über alle geldpolitischen Phasen bei ca. 9 % der Buchgeldmenge und macht somit bei konventioneller Geldpolitik einen Großteil der Geldbasis aus.[3]
https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/geldschoepfung-34914
Geschäftsbanken verfügen über freie liquide Mittel (freie Liquiditätsreserven), mit deren Hilfe sie Kredite gewähren können. I.d.R. werden diese Kredite zu dem Zweck aufgenommen, Zahlungen für Käufe von Gütern und Dienstleistungen vorzunehmen. Somit kommt es wieder zu Einzahlungen bei Banken bzw. zu neuen Einlagen im Bankensystem. Da die Einlagen bei Banken Forderungen gegen das Bankensystem darstellen, werden diese als Geld bezeichnet. Zusätzliche Kredite führen also über die Einlagenbildung zu einer Vermehrung der Geldmenge. Der Geldschöpfungsprozess kann im Bankensystem so lange vorangetrieben werden, bis die freien Liquiditätsreserven durch die Mindestreserven (die für Einlagen zu halten sind) und durch den Bargeldabzug bei der Kreditverwendung aufgezehrt sind. Eine einzelne Bank kann natürlich nur im Umfang ihrer freien Liquidität Kredite gewähren. Die Geschäftsbanken in ihrer Gesamtheit können ein Mehrfaches an Krediten vergeben und damit an Geld schaffen, denn mit der Kreditgewährung einer Bank entstehen bei anderen Banken wiederum Einlagen, also zusätzliches Geld.
https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19457/geldschoepfung/
Giralgeldschöpfung
die Vermehrung der Geldmenge durch Schaffung von zusätzlichem Geld. Unterschieden wird die Bargeldschöpfung durch die Ausgabe von Banknoten und Münzen und die Giralgeldschöpfung über das Bankensystem durch die Gewährung von Krediten, aber auch durch den Ankauf von Devisen oder Wertpapieren (Gegenteil: Geldvernichtung).
Der Prozess der Giralgeldschöpfung erfolgt über die Erhöhung der Menge an Giral- oder Buchgeld (Geld auf Konten), da die Banken Geld ihrer Kunden, das auf Giro- oder Sparkonten gutgeschrieben ist, nicht im Tresor aufbewahren, sondern zum überwiegenden Teil dazu benutzen, als Kredit an andere Kunden weiterzugeben. Der Kreditbetrag wird dem Kunden auf einem Konto zur Verfügung gestellt, der damit z. B. ein Auto kauft und den Kaufpreis auf ein Konto des Kfz-Händlers überweist. In jedem Schritt wird dabei quasi neues Geld geschaffen und die umlaufende Geldmenge erhöht. Ähnliches geschieht, wenn Banken von ihren Kunden z. B. Wechsel ankaufen und den Gegenwert auf dem Konto des Kunden gutschreiben.
eigene
Literatur
Weblinks
- [
NN bei Wikipedia], abgefragt 4.5.2025;
- [
NN bei Gablers Wirtschaftslexikon], abgefragt 4.5.2025;
- [
NN bei Bundeszentrale für politische Bildung], abgefragt 4.5.2025;
- [
NN bei Grundlagen Statistik], abgefragt 4.5.2025;
Geldmarkt
- Weiterleitung:
Hauptartikel-> [[]]
- Synonyme: [[]]
siehe auch-> [[]]
fe
<u>https://de.wikipedia.org/wiki/Geld </u>
- Geldmarkt und Geldpolitik
→ Hauptartikel: Geldpolitik Über den Geldmarkt können Zentralbanken auf das Verhältnis von Geldangebot und Geldnachfrage einwirken. Das Geldangebot kann die Zentralbank weitgehend steuern. Die Geldnachfrage ist abhängig von dem Verhalten der Wirtschaftssubjekte (Unternehmen, Privathaushalte, der Staat nebst seinen Untergliederungen).
Monetäre Ursachen für Inflation und Deflation: Übersteigt das Geldangebot die Geldnachfrage, so steigen die Preise (Inflation). Ist das Geldangebot kleiner als die Geldnachfrage, fallen die Preise (Deflation). Zentralbanken haben ein geldpolitisches Dilemma. Einerseits möchten sie durch niedrige Zinsen für Zentralbankgeld die Wirtschaft ankurbeln, denn niedrige Zinsen fördern Investitionen und Wirtschaftswachstum. Andererseits soll das Geldangebot (die EZB beobachtet hauptsächlich die Geldmenge M3[15]) die Geldnachfrage nicht übersteigen, damit die Inflation niedrig bleibt. Hierzu muss ggf. durch Zinserhöhungen gegengesteuert werden. Zinserhöhungen verteuern die Geldschöpfung von Zentralbankgeld. Die Zentralbanken müssen also immer den situativ richtigen Zinspfad finden.[16]
Realwirtschaftliche Ursachen: Inflation ist nicht immer ein monetäres Phänomen, sie kann auch realwirtschaftliche Ursachen haben. Auf dem Gütermarkt können sich bestimmte Güter z. B. Rohöl verknappen, dies führt zu Preissteigerungen, die sich als Preissteigerungen in nachgelagerten Märkten (z. B. Transportgewerbe) fortpflanzen.[17]
https://de.wikipedia.org/wiki/Geldmarkt
Der Geldmarkt ist ein Teilmarkt des Finanzmarktes, der von kurzfristigem Geldangebot, kurzfristiger Geldnachfrage und dem hieraus gebildeten Geldmarktzins bestimmt wird und der insbesondere dem Liquiditätsausgleich zwischen Kreditinstituten dient.
- Allgemeines
Dem Geldangebot steht auf dem Geldmarkt die Geldnachfrage gegenüber. Handelsobjekte sind Zentralbankgeldguthaben, Tages- und Termingelder, Repo- und Leihegeschäfte, kurzfristige Wertpapiere (Geldmarktpapiere), Fazilitäten der Zentralbank (z. B. Hauptrefinanzierungsinstrument der EZB), Geldmarktderivate (Forward Rate Agreements, Overnight Index Swaps, Geldmarkt-Futures), Schatzanweisungen oder Wechsel. Als Marktteilnehmer fungieren die Zentralbanken (Geldangebot), Kreditinstitute (Geldangebot/Geldnachfrage) und andere Finanzintermediäre, Großunternehmen aus dem Nichtbankensektor oder der Staat mit seinen Untergliederungen (öffentliche Verwaltung, Staatsunternehmen, Kommunalunternehmen) (Geldnachfrage). Auch Transaktionen des Interbankenhandels und des internationalen Kreditverkehrs finden teilweise auf dem Geldmarkt statt. Anleger gehören als Geldnachfrager zu den Marktteilnehmern eines erweiterten Geldmarktbegriffs. Der Preis auf dem Geldmarkt heißt verallgemeinernd Geldmarktzins. Transaktionen werden außerbörslich, z. B. am Telefon, von so genannten Geldhändlern abgeschlossen. Die gehandelte Mindeststückelung beläuft sich in der Regel auf 1 Million Euro.[1]
Der Kapitalmarkt unterscheidet sich vom Geldmarkt vor allem durch die Fristigkeit der Handelsobjekte. Diese Einteilung führte im Jahre 1909 der Ökonom Arthur Spiethoff ein.[2] Sie betrifft auf dem Geldmarkt Laufzeiten oder Fälligkeiten von weniger als zwei Jahren, wobei die Abgrenzung unterschiedlich vorgenommen wird. Die mittlere Fristigkeit (2–4 Jahre) wird in der Fachliteratur entweder dem Geldmarkt[3] oder dem Kapitalmarkt zugeordnet.[4]
- Geldangebot
→ Hauptartikel: Geldangebot
Geld ist im Bankensystem bilanziell ein Passivum, denn es steht in Form von Bargeld bei der Zentralbank und als Sichteinlagen bei Geschäftsbanken auf der Passivseite der Bilanzen.[6] Geldangebot ist also bilanziell die Bereitschaft des Bankensystems, Geld darstellende Passiva zu akzeptieren und damit zu erzeugen.
Angeboten, also „produziert“, wird Geld in modernen Volkswirtschaften von der Zentralbank und den Geschäftsbanken.[7] Entsprechend unterscheidet man beim Geldangebot zwischen Zentralbankgeld und Geschäftsbankengeld. Das Zentralbankgeld besteht aus Bargeld und Reserven, das Geschäftsbankengeld entsteht im Rahmen der Giralgeldschöpfung.[8] Die Zentralbank kontrolliert das Geldangebot direkt (Zentralbankgeld) oder indirekt (beim Geschäftsbankengeld) durch Zinssätze, Offenmarktgeschäfte und die Mindestreserven.[9]
- Geldnachfrage
→ Hauptartikel: Geldnachfrage
Geldnachfrage ist die Geldmenge, die auf dem Geldmarkt von den Wirtschaftssubjekten nachgefragt wird. Der (latente) Geldbedarf wird erst zur Geldnachfrage, wenn die Wirtschaftssubjekte als Marktteilnehmer auf dem Geldmarkt auftreten und dort Geld (Bargeld, Buchgeld) nachfragen.
Geldnachfrage entsteht aus der Notwendigkeit, die zeitlichen Abstände zwischen den Einnahmen und den Ausgaben zu überbrücken.[10] Um Geldnachfrage handelt es sich daher, wenn Zahlungen etwa beim Kauf von Gütern und Dienstleistungen (für Konsum oder Investitionen), zur Geldanlage oder zur Tilgung von Schulden anstehen (Transaktionskasse). Besteht Ungewissheit über die Höhe des Transaktionsbedarfs, so entsteht Geldnachfrage zum Schutz vor Illiquidität (Vorsichtskasse). Auch Geld für Hortungszwecke wegen Preis- und Zinserwartungen (Spekulationskasse) lässt Geldnachfrage entstehen. Nimmt in der Volkswirtschaft das nominale Bruttoinlandsprodukt zuzüglich des Handels mit Gebrauchtgütern (Transaktionsvolumen) bei konstanter Umlaufgeschwindigkeit des Geldes zu, so steigt proportional die Geldnachfrage. Sie sinkt bei steigendem Zinsniveau.
- Zinssteuerung durch die Zentralbank
Kurzfristige Geldmarktzinssätze der Bundesbank seit 1980
Die Steuerung von Geldmarktzinsen gehört zu den wichtigsten geldpolitischen Aktivitäten von Zentralbanken. Die Europäische Zentralbank (EZB) steuert Geldmarktzinsen über Hauptrefinanzierungssatz, Spitzenrefinanzierungssatz und Einlagesatz, wodurch sich der Geldmarktzins in der Regel stets zwischen den beiden letztgenannten Zinssätzen bewegt, die beide zusammen den Zinskorridor bilden.
Die US-amerikanische Zentralbank (FED) steuert die Geldmarktzinsen neben der quantitativen Methode der Diskontpolitik über ein Zielband für die Federal Funds Rate. Die Schweizerische Nationalbank verfolgt eine ähnliche Strategie. Ihre quantitative Steuerung erfolgt über die o. g. Rückkaufvereinbarungen, eine direkte Steuerung des Zinses über ein Zielband für den Dreimonats-Libor.
Innerhalb des Zinskorridors richtet sich der Geldmarktzins nach dem Verhältnis von Zentralbankgeldangebot und Zentralbankgeldnachfrage, wobei sich der zu entrichtende Geldmarktzins nach der kürzest möglichen Kündigungsfrist richtet, an dem der Geldmarktkredit zurückgezahlt werden muss.
- Marktgleichgewicht
Die Makroökonomie untersucht unter anderem das Marktgleichgewicht. Die Erkenntnisse hierüber lassen sich auch auf den Geldmarkt übertragen, wo speziell vom Geldmarktgleichgewicht die Rede ist. Das Geldmarktgleichgewicht stellt sich auf dem Geldmarkt ein, wenn die Geldnachfrage L {\displaystyle L} mit dem Geldangebot M {\displaystyle M} übereinstimmt:[11]
L = M {\displaystyle L=M}.
Diese so genannte LM-Funktion führt weder zu Inflation noch zu Deflation auf dem Gütermarkt. Stimmen Geldnachfrage und Geldangebot nicht überein, liegt entweder eine Geldlücke
L > M {\displaystyle L>M}
oder umgekehrt ein Geldüberhang vor. Geldlücke oder Geldüberhang erzeugen inflatorische oder deflatorische Wirkungen und werden deshalb im Rahmen der Geldpolitik von den Zentralbanken durch Steuerung des Geldangebots beseitigt.
https://de.wikipedia.org/wiki/LM-Funktion https://de.wikipedia.org/wiki/IS-LM-Modell
https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/geldmarkt-34586
1. Geldmarkt im makroökonomischen Sinn: Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage nach Geld zwischen Banken und Nichtbanken.
2. Im institutionellen Sinn: Markt für den kurzfristigen Geldhandel, v.a. für den Handel von Zentralbankgeld zwischen Kreditinstituten. Er dient dem partiellen Liquiditätsausgleich der Banken. Dies geschieht auf zweifache Weise: Durch Mittelbereitstellung eines Kreditinstitutes an ein anderes oder durch Kauf von Geldmarktpapieren bei einem anderen Kreditinstitut. Geldmarktpapiere sind Wertpapiere mit relativ kurzer Laufzeit (bis zu zwei Jahren). Der Zins, zu dem Zentralbankgeld gehandelt wird ist der Geldmarktsatz
https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/geldmarktpapiere-36717
https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/geldmarktpapiere-36717
https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/159960/geldmarkt/
im engeren Sinn ein Markt für den Handel mit Finanzmitteln kurzer Fristigkeit (Laufzeit bis zu einem Jahr). Gehandelt werden Zentralbankguthaben vornehmlich in Form von Tagesgeld, Monatsgeld und Dreimonatsgeld mit vereinbarter Laufzeit (Festgeld) oder mit vereinbarter Kündigungsfrist und unbestimmter Laufzeit (Kündigungsgeld) sowie Geldmarktpapiere wie Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen. Teilnehmer am Geldmarkt sind die Geschäftsbanken untereinander, die Europäische Zentralbank (EZB) und für diese in Deutschland die Deutsche Bundesbank. Die Zinsen am Geldmarkt, die Geldmarktsätze, werden wesentlich von den Zinsen bestimmt, zu denen die Zentralbank den Kreditinstituten Liquidität bereitstellt.
Im weiteren Sinn ist der Geldmarkt ein Markt, an dem die Geldnachfrage, also der Bedarf an Geld (z. B. kurzfristige Kredite oder Darlehen) und das Geldangebot zusammentreffen. Neben dem Kapitalmarkt und dem Kreditmarkt gehört der Geldmarkt zu den Interner Link: Finanzmärkten
eigene
Literatur
Weblinks
- [
NN bei Wikipedia], abgefragt 4.5.2025;
- [
NN bei Gablers Wirtschaftslexikon], abgefragt 4.5.2025;
- [
NN bei Bundeszentrale für politische Bildung], abgefragt 4.5.2025;
- [
NN bei Grundlagen Statistik], abgefragt 4.5.2025;
Geldpolitik
- Weiterleitung: Geldpolitik
Hauptartikel-> [[]]
- Synonyme: [[]]
siehe auch-> [[]]
fe
<u>https://de.wikipedia.org/wiki/Geld </u>
- Geldmarkt und Geldpolitik
→ Hauptartikel: Geldpolitik Über den Geldmarkt können Zentralbanken auf das Verhältnis von Geldangebot und Geldnachfrage einwirken. Das Geldangebot kann die Zentralbank weitgehend steuern. Die Geldnachfrage ist abhängig von dem Verhalten der Wirtschaftssubjekte (Unternehmen, Privathaushalte, der Staat nebst seinen Untergliederungen).
Monetäre Ursachen für Inflation und Deflation: Übersteigt das Geldangebot die Geldnachfrage, so steigen die Preise (Inflation). Ist das Geldangebot kleiner als die Geldnachfrage, fallen die Preise (Deflation). Zentralbanken haben ein geldpolitisches Dilemma. Einerseits möchten sie durch niedrige Zinsen für Zentralbankgeld die Wirtschaft ankurbeln, denn niedrige Zinsen fördern Investitionen und Wirtschaftswachstum. Andererseits soll das Geldangebot (die EZB beobachtet hauptsächlich die Geldmenge M3[15]) die Geldnachfrage nicht übersteigen, damit die Inflation niedrig bleibt. Hierzu muss ggf. durch Zinserhöhungen gegengesteuert werden. Zinserhöhungen verteuern die Geldschöpfung von Zentralbankgeld. Die Zentralbanken müssen also immer den situativ richtigen Zinspfad finden.[16]
Realwirtschaftliche Ursachen: Inflation ist nicht immer ein monetäres Phänomen, sie kann auch realwirtschaftliche Ursachen haben. Auf dem Gütermarkt können sich bestimmte Güter z. B. Rohöl verknappen, dies führt zu Preissteigerungen, die sich als Preissteigerungen in nachgelagerten Märkten (z. B. Transportgewerbe) fortpflanzen.[17]
https://de.wikipedia.org/wiki/Geldpolitik
Als Geldpolitik (auch Geldmarktpolitik) bezeichnet man zusammenfassend alle wirtschaftspolitischen Maßnahmen, die eine Zentralbank ergreift, um ihre Ziele zu verwirklichen. Das wichtigste Instrument der Geldpolitik ist der Leitzins für das Zentralbankgeld. Für eine restriktive Geldpolitik wird der Leitzins erhöht, um die Kreditaufnahme zu verteuern und die Geldmenge zu verknappen, um beispielsweise eine Inflation zu dämpfen. Indirekt wird dadurch das Wirtschaftswachstum gebremst. Eine Senkung der Leitzinsen verbilligt die Kredite und soll durch eine expansive Kreditpolitik der Geschäftsbanken die Geldmenge erhöhen, um beispielsweise einer Deflation entgegenzuwirken und das Wirtschaftswachstum anzukurbeln.
- Ziele der Geldpolitik
Bei den Zielen, die die Geldpolitik verfolgt, werden folgende unterschieden: net super
- Übergeordnete, wirtschaftspolitische Ziele: Diese ergeben sich in der Regel aus den Zentralbankstatuten. Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) ist das die Preisniveaustabilität. Die Zentralbank der USA (das Federal Reserve System, kurz: „Fed“) hat daneben ein Wachstums- und Beschäftigungsziel. Auch die EZB hat das Nebenziel, die allgemeine Wirtschaftspolitik zu unterstützen. Bisweilen verfolgen Zentralbanken auch Wechselkursziele.
- Ziele der Zentralbankpolitik: dies sind Zwischenziele, die bei der Erfüllung der wirtschaftspolitischen Ziele verfolgt werden. Das Zwischenziel ist ein Indikator, ob das wirtschaftspolitische Ziel eingehalten werden kann. Dies können beispielsweise die Geldmenge, der Zins, die Inflationsrate, das Wirtschaftswachstum, der Preisindex oder eine Kombination aus mehreren Zielen sein.
- Expansive Geldpolitik
Expansive Geldpolitik ist eine geldpolitische Maßnahme der Ausdehnung der Geldmenge oder des Geldangebotes einer Zentralbank. Dadurch wird versucht, wirtschaftspolitische Ziele zu erreichen. Eine Verknappung der Geldmenge wird als restriktive Geldpolitik bezeichnet.
Zur Erreichung der geldpolitischen Ziele steht der Notenbank eine Reihe geldpolitischer Instrumente zur Verfügung. Sie führt Offenmarktgeschäfte durch, bietet ständige Fazilitäten an und verlangt, dass die Kreditinstitute Mindestreserven bei ihr hinterlegen. Expansive Geldpolitik zeigt sich auch dadurch, dass die Zentralbank zum Beispiel bei den Geschäftsbanken bestimmte Wertpapiere und Wechsel ankauft. Im Rahmen der Offenmarktpolitik ist es der Zentralbank ebenfalls möglich, Wertpapiere am Wertpapiermarkt zu erwerben. Eine expansive Geldpolitik verfolgt die Senkung der Reservesätze durch die Zentralbank und ermöglicht dadurch die Entstehung von Überschussreserven.[2][3]
- Auswirkungen
„Die Geldpolitik ist ein wirkungsvolles Instrument zur kurzfristigen Stabilisierung von Konjunkturzyklen.“[4] Gegenüber der restriktiven Geldpolitik wird expansive Geldpolitik in Rezessionen getätigt, um die Wirtschaft anzukurbeln. In der kurzen Frist hat sie reale und schnelle Wirkung auf die Produktion beziehungsweise den Zinssatz, in der mittleren Frist ist sie jedoch wirkungslos und im Endeffekt bleibt nur eine Preisniveauerhöhung.
Ev erg IS-LM modell
- Kontraktive Geldpolitik
→ Hauptartikel: Restriktive Geldpolitik
Die kontraktive Geldpolitik umfasst alle Maßnahmen, welche das Geldangebot, das heißt die Höhe des sich im Umlauf befindlichen Gelds, verringert. Eine Zentralbank kann Offenmarktgeschäfte nutzen, um die Geldbasis zu verringern. Das erfolgt typischerweise über den Verkauf von Wertpapieren gegen Bargeld. Durch den Einzug dieses Bargelds entzieht sie der Wirtschaft Geld und verkürzt damit die monetäre Grundlage. Kontraktive Geldpolitik kann durchgeführt werden, indem die Zentralbank von den Geschäftsbanken die Haltung einer höheren Mindestreserve fordert. Banken halten nur einen Bruchteil ihres Vermögens für unmittelbare Geldabhebungen in Bargeld. Der Rest ist in Unbares, wie zum Beispiel Kredite oder Hypotheken, investiert. Vor allem in Zeiten konjunktureller Überhitzung ist die kontraktive Geldpolitik ein wirksames Instrument. Sie führt zu Zinssteigerungen, Produktions- und Investitionsrückgang und dämmt die Gefahr einer verstärkten Inflation ein.
https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/geldpolitik-34043
- Charakterisierung
Die Geldpolitik beinhaltet alle Maßnahmen, die aufgrund geldtheoretischer Erkenntnisse zur Regelung der Geldversorgung und des Kreditangebots der Banken unter Beachtung der gesamtwirtschaftlichen Ziele ergriffen werden. Häufig findet sich auch die Bezeichnung „Geld- und Kreditpolitik“ mit der gleichen begrifflichen Bedeutung. Das Ziel der Preisniveaustabilität steht dabei im Vordergrund. Nach Kriegsende fungierte in Westdeutschland als Spitzen- und Refinanzierungsinstitut die Bank deutscher Länder. Ihr nachgeordnet waren die rechtlich selbstständigen Länderzentralbanken. Mit dem Gesetz über die Deutsche Bundesbank (BbankG) vom 26.5.1957 trat die Deutsche Bundesbank deren Nachfolge an. Die Länderzentralbanken wurden rechtlich unselbstständige Hauptverwaltungen. In Ostdeutschland wurde 1948 die Deutsche Emissions- und Notenbank gegründet und diese noch im gleichen Jahr in die Deutsche Notenbank umgewandelt. Ab 1968 wurden die Aufgaben von der Staatsbank DDR übernommen. Der am 1.7.1990 in Kraft getretene Staatsvertrag über die Schaffung einer Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen der Bundesrepublik und der damaligen DDR führte die Deutsche Mark als alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel in beiden deutschen Staaten ein. Gleichzeitig wurde die geld- und währungspolitische Zuständigkeit auf die Bundesbank übertragen. Mit dem Beginn der dritten Stufe der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion - Europäische Währungsunion (EWU) - ist die Verantwortung der Geldpolitik ab dem 1.1.1999 auf das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) übergegangen. Für die praktische Umsetzung der Geldpolitik findet der Grundsatz der Dezentralität Anwendung, nach dem die zentral im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB-Rat) beschlossenen Operationen dezentral von den nationalen Zentralbanken (Deutsche Bundesbank) umgesetzt werden.
- Geldpolitische Strategien
Notenbanken können ihre geldpolitischen Endziele (goals; final targets) - wie Preisniveaustabilität oder Konjunkturstabilisierung - aufgrund vorhandener Wirkungsverzögerungen (time lags) und unvollständiger Kenntnisse über die genauen Übertragungskanäle geldpolitischer Maßnahmen nicht direkt steuern. Deshalb werden geldpolitische Strategien formuliert, die die konzeptionelle Vorgehensweise von Notenbanken zur Verfolgung ihrer angestrebten Endziele festlegen. Diese Strategien erfassen den gesamten Übertragungsprozess geldpolitischer Impulse, vom Instrumenteneinsatz über operative Ziele (operational targets) und Zwischenziele (intermediate targets) bis hin zu den Endzielen. Durch die zeitliche Zerlegung der Transmissionskanäle (vgl. Geldtheorie) erhält die Notenbank schnellere und zuverlässigere Informationen über potenzielle Fehlentwicklungen und kann Korrekturen einleiten. Die geldpolitische Strategie soll dabei sowohl den Entscheidungsprozess innerhalb der Notenbank erfassen als auch die Darstellung und Begründung geldpolitischer Entscheidungen gegenüber den Marktteilnehmern erleichtern. Sofern die Notenbank Zwischenziele formuliert, lässt sich die bestehende Zielhierarchie in zwei Stufen zerlegen (zweistufige geldpolitische Strategie). Die erste Ebene beschreibt das Verhältnis von operativen Zielen und Zwischenzielen, die zweite Ebene die Relation von Zwischen- und Endzielen. Verzichtet man auf die Formulierung von Zwischenzielgrößen und steuert das Endziel direkt über die operativen Ziele an, ergibt sich eine einstufige geldpolitische Strategie.
- Instrumente
Ausgangspunkt jeder Strategie sind geldpolitische Instrumente als die eigentlichen Werkzeuge der Notenbank zur Durchsetzung operativer Ziele. Das geldpolitische Instrumentarium wird üblicherweise in drei Grundkategorien eingeteilt: Mindestreservepolitik, Zins- oder Fazilitätenpolitik und Offenmarktpolitik. Beim Einsatz ihrer Instrumente können Notenbanken üblicherweise Preis- oder Mengengrößen festsetzen. Zu der Ausgestaltung dieser Instrumente in der europäischen Geldpolitik vgl. Europäisches System der Zentralbanken (ESZB).
- Mindestreservepolitik
Die Mindestreservepolitik hat die Veränderung der Mindestreserve zum Gegenstand. So führt eine Erhöhung der Mindestreservesätze unmittelbar zu einer Verringerung der freien Liquiditätsreserven. Damit sinkt der Geld- und Kreditschöpfungsspielraum der Banken. Da die Reservehaltung nur gering verzinst wird, treten gleichzeitig Rentabilitätseffekte auf, die zu einer Erhöhung des Zinsniveaus (Kreditkosten) führen und tendenziell die Kreditnachfrage dämpfen (sollen). Über diese Wirkungen erhofft man sich von Mindestreservesatzvariationen gleichzeitig einen Beitrag zur Stabilisierung der Geldmarktsätze und des Zentralbankgeldbedarfs.
- Zins- oder Fazilitätenpolitik
Diese klassischen Instrumente der Refinanzierungspolitik zielen auf den Interbankenmarkt, oftmals auf den Tagesgeldmarkt. Sie stellen entweder den Geschäftsbanken Liquidität gegen Besicherung (als Diskont-, Lombard- oder Pensionsgeschäfte) zur Verfügung oder ermöglichen Geschäftsbanken, Überschussliquiditäten bei der Zentralbank kurzfristig anzulegen. Bietet eine Zentralbank solche Geschäfte standardisiert und regelmäßig an, so kommt dem jeweiligen Zinssatz meist eine Leitzinsfunktion zu.
- Offenmarktpolitik
Offenmarktgeschäfte sind geldpolitische Operationen, die auf Initiative der Zentralbank am Finanzmarkt durchgeführt werden. Outrightgeschäfte (definitive Käufe und Verkäufe von Wertpapieren und sonstigen Aktiva) und Devisenswaps (gleichzeitige Durchführung eines Kassa- und eines Termingeschäfts) können sowohl liquiditätserhöhend als auch liquiditätsabschöpfend wirken. Zur Liquiditätsbereitstellung sind befristete Tendergeschäfte, zur Liquiditätsabschöpfung ist die Emission von kurzlaufenden abgezinsten Schuldverschreibungen zu nennen.
- Operative Ziele
Operative Ziele der Geldpolitik sind ökonomische Variablen, die eine Notenbank mithilfe ihrer Instrumente kontrollieren kann und sollte. Sie sind eindeutig von geldpolitischen Instrumenten und Zwischenzielen abzugrenzen, was in der Literatur nicht immer durchgehalten wird und eine strukturierte Analyse vorhandener Strategien erschwert. Heute werden kurzfristige Geldmarktzinssätze - bspw. der Tagesgeldsatz - von fast allen Notenbanken als operative Ziele angesehen. Alternativ kann auch eine Mengengröße wie die Geldbasis herangezogen werden. Die Notenbank versucht in diesem Fall, den Bargeldumlauf zzgl. der Reservehaltung von Geschäftsbanken zu steuern. Da die Banken über ihre Einlagenstruktur oder ihr Refinanzierungsverhalten einen Einfluss auf die Geldbasis nehmen können, wird die einfache Geldbasis häufig noch korrigiert, um derartige Effekte zumindest partiell zu neutralisieren.
- Zwischenziele der Geldpolitik
Um ihre jeweiligen wirtschaftspolitischen Ziele zu erreichen, nehmen die Notenbanken auf die Geldversorgung und die Zinsen und damit auf die Finanzierungsbedingungen in der Volkswirtschaft Einfluss. Sie orientieren sich an Zwischenzielen, die idealerweise gut und kurzfristig beobachtbar sind und gleichzeitig in einem hinreichend engen Zusammenhang zum wirtschaftspolitischen Ziel stehen. Gebräuchliche Zwischenziele sind die Geldmenge, die Zinsen, die Inflationsrate selbst, bisweilen auch der Wechselkurs. Die Bedeutung von Zwischenzielen hat in der geldpolitischen Praxis während der beiden letzten Jahrzehnte spürbar nachgelassen. Sofern man auf die Zwischenziele nicht vollständig verzichtet, werden sie häufig nur noch als Indikatorvariablen interpretiert. Das Europäische System der Zentralbanken gibt in seiner 2-Säulen-Strategie bspw. für das Geldmengenaggregat M3 nur einen Referenzwert für die mittlere Frist vor. Starke Abweichungen der tatsächlichen Geldmengenentwicklung vom verkündeten Referenzwert werden als Warnsignal für mittelfristig steigende Inflations- oder Deflationsrisiken interpretiert, lösen aber keine zwangsläufige Korrektur der Geldpolitik aus.
- Geldmengensteuerung
Diese basiert auf der Annahme des Monetarismus, dass die Geldnachfrage in einer Volkswirtschaft langfristig stabil ist. Unter dieser Annahme lässt sich aus der Quantitätsgleichung eine einfache Regel für ein Geldmengenwachstum ableiten, das einerseits genügenden Spielraum für das Wirtschaftswachstum bietet, andererseits keine Inflation aufkommen lässt: Das Wachstum der Geldmenge muss der Summe der Wachstumsraten des realen Inlandsproduktes und des akzeptierten oder unvermeidlichen Preisniveauanstiegs vermindert um die trendmäßige Veränderung der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes entsprechen. Eine exakte Steuerung der Zentralbankmenge und des Geldumlaufs kann jedoch (insbesondere kurzfristig) problematisch sein. Verfügen die Banken über freie Liquiditätsreserven, können sie Kredite gewähren und damit auch das Wachstum der Zentralbankgeldmenge vorantreiben. Sind die freien Liquiditätsreserven erschöpft, so ist die Zentralbank zwar theoretisch in der Lage, das Wachstum der Zentralbankgeldmenge gemäß ihren Zielvorstellungen zu begrenzen. Es ist aber fraglich, ob die Zentralbank diesen Mechanismus in der Praxis auch tatsächlich nutzen kann. Solange die einzelnen Banken Interbankforderungen und andere finanzielle Aktiva als gleichwertig mit Zentralbankgeld betrachten und auf Basis dieser einzelwirtschaftlichen Liquidität zusätzliche Kredite gewähren, steht die Zentralbank vor einem Dilemma: Ist sie bereit, die entstandene Lücke zwischen Zentralbankgeldversorgung durch Zufuhr freier Liquiditätsreserven, z.B. durch eine expansive Offenmarktpolitik zu schließen, dann läuft sie der von den Banken ausgelösten Entwicklung hinterher (Schlepptau-These). Verweigert sie dagegen den Banken das zusätzlich benötigte Zentralbankgeld, so führt dieser schwerwiegende und abrupte Eingriff zu einer Liquiditätskrise im Bankensystem und zu einem unerwünscht scharfen konjunkturellen Umbruch. Im Zweifel wird daher die Zentralbank nur die (Refinanzierungs-) Bedingungen setzen, zu denen sie bereit ist, den Zentralbankgeldbedarf der Kreditinstitute zu alimentieren, und von steigenden Zinssätzen eine dämpfende Wirkung auf das Wachstum der Zentralbankgeldmenge erwarten. Im Fall einer expansiven Geldpolitik ist zu beachten, dass die Zentralbank zwar Zentralbankgeld grundsätzlich in beliebiger Menge bereitstellen kann, die Verwendung aber eindeutig nur noch vom Verhalten der Nichtbanken und Banken abhängt.
- Liquiditätssteuerung
Hier sind die freien Liquiditätsreserven der Banken Indikator für die Zwischenziele „Kreditvergabe“ und „Kreditkosten“. Durch Steuerung der freien Liquiditätsreserven und mithilfe von zinspolitischen Maßnahmen versucht die Notenbank Kreditangebot und Kreditnachfrage gleichzeitig zu regulieren: Im Falle einer restriktiven (expansiven) Politik verringern (erhöhen) die Banken bei einsetzender Liquiditätsverknappung (-ausweitung) ihr Kreditangebot und reduzieren (erweitern) die Wirtschaftsubjekte aufgrund eines höheren (niedrigeren) Zinssatzes ihre Kreditnachfrage.Die Wirksamkeit dieser Politik wird nicht als unproblematisch eingeschätzt, da insgesamt gesehen die Zinsempfindlichkeit der Investitionen (v. a. in der Hochkonjunktur) gering ist und erhebliche zeitliche Wirkungsverzögerungen auftreten, die mengenmäßige Steuerung der freien Liquiditätsreserven häufig durch gegenläufige Einflüsse (insbesondere durch Devisenbewegungen bei festen und auch bei flexiblen Wechselkursen) erschwert werden sowie die Banken aus einzelwirtschaftlicher Sicht neben den freien Liquiditätsreserven auch Wertpapiere (Availability Doctrine), Interbankguthaben und die Möglichkeit der Mittelbeschaffung auf den internationalen Finanzmärkten zu ihrem Liquiditätspotenzial rechnen. Dies bedeutet, dass die Banken im Zweifel auch ohne freie Liquiditätsreserven ihre Kreditexpansion noch vorantreiben.
- Wechselkursbindung
Insbesondere für kleine Länder mit einem großen außenwirtschaftlichen Sektor kann es sinnvoll sein, die Geldpolitik einem Wechselkursziel unterzuordnen. Dabei wird die einheimische Währung einseitig mit einem festen Wechselkurs an eine ausländische Währung (Leitwährung) oder an einen Korb ausländischer Währungen (currency board) gebunden.Letztendlich wird durch eine Wechselkursbindung eine autonome nationale Geldpolitik aufgegeben. Dies kann vorteilhaft sein, wenn es dadurch bspw. gelingt, Vertrauen und eine höhere Reputation einer ausländischen Zentralbank zu importieren. Leidet ein Land unter mangelndem Vertrauen internationaler Investoren aufgrund früherer Inflationspolitiken, so kann über die Bindung der heimischen Währung an eine stabile und anerkannte ausländische Währung neues Vertrauen aufgebaut werden. Problematisch wird eine solche Strategie allerdings dann, wenn die Wachstumsraten der inländischen Wirtschaft und jene der Leitwährungswirtschaft weit auseinanderfallen. Wächst die heimische Wirtschaft deutlich dynamischer als die Leitwährungswirtschaft droht eine Deflationskrise. Die Wechselkursbindung Argentiniens an den US-Dollar war Mitte der 1990er-Jahre zunächst sehr erfolgreich; eine Veränderung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung v.a. in den USA begünstigte dann aber die schwere Deflationskrise 2001.
- Direkte Inflationssteuerung
Zweifel an den Interdependenzen zwischen Geldmengenaggregaten und den Endzielen wie Preisniveaustabilität oder Outputstabilisierung begründeten in vielen Ländern eine Abkehr von geldpolitischen Strategien unter Berücksichtigung expliziter Zwischenziele. Im Rahmen des Inflation Targeting orientieren Notenbanken ihre Geldpolitik stattdessen direkt an der Inflationsentwicklung. Die geldpolitischen Entscheidungsträger legen ein Inflationsziel fest und beobachten die gegenwärtige Preisniveausteigerung sowie Frühindikatoren für die künftige Preisniveauentwicklung (bspw. Faktorkosten, Wechselkurse, Konjunkturindikatoren, Einkommensentwicklung usw.). Vor diesem Hintergrund müssen Notenbanken ihre geldpolitischen Eingriffe auf das erwartete Inflationspotenzial ausrichten, d.h. ihre Strategie basiert auf einer Steuerung der prognostizierten Inflationsrate. Deuten die Indikatoren eine Gefährdung des Inflationsziels an, so wird die Geldpolitik restriktiv (inflationärer Druck) bzw. expansiv (deflationärer Druck) ausgerichtet.
In den späten 1980er- und 1990er-Jahren gingen eine ganze Reihe von Zentralbanken - u.a. in den USA, in Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland von einer Geldmengensteuerung zu einer direkten Inflationssteuerung über. Von Kritikern wird dieser Strategie oftmals eine gewisse Beliebigkeit und fehlende Bindung vorgeworfen. In jüngster Zeit wird allerdings verstärkt infrage gestellt, ob bezüglich des konkreten Instrumenteneinsatzes tatsächlich ein wesentlicher Unterschied zwischen einer direkten Inflationssteuerung und einer an Zwischenzielen orientierten zweistufigem geldpolitischen Strategie besteht.
- Endziele der Geldpolitik
Auf der Endzielebene werden letztlich jene Ziele (Finalziele) festgelegt, die die Notenbank mittel- bzw. langfristig erreichen soll. In den letzten Dekaden hat sich sowohl in der Theorie als auch in der Praxis die Überzeugung herausgebildet, dass die Notenbanken mithilfe ihres Instrumentariums letztlich nur Inflationsprozesse bekämpfen und folgerichtig nur das Ziel der Preisniveaustabilität anstreben kann. Die Verfolgung realwirtschaftlicher Ziele, wie die Vermeidung von Konjunkturschwankungen und negativen Beschäftigungseffekten führt lediglich kurzfristig zum Erfolg (vgl. Geldtheorie), verursacht eine unstetige Geldpolitik, erhöht die Unsicherheit auf den Märkten und gefährdet nachhaltig das Ziel der Preisniveaustabilität. Diskretionäre versus regelgebundene Geldpolitik
- Diskretionäre Geldpolitik
Bei einer diskretionären Geldpolitik entscheiden die geldpolitischen Entscheidungsträger von Fall zu Fall, welche Politikmaßnahme sie zur Realisierung ihres Zieles ergreifen. Die Geldpolitik erfolgt somit situativ (in Abhängigkeit der jeweiligen Besonderheiten der Problemsituation) und muss im Zeitablauf nicht zwingend konsistent sein. Der wesentliche Vorteil einer diskretionären Strategie liegt in ihrer hohen Flexibilität, d.h., es ist der Zentralbank möglich, auf unterschiedliche Problemursachen mit unterschiedlichen Mitteln bzw. Politikmaßnahmen zu reagieren. Als Nachteil ist festzuhalten, dass eine diskretionäre Geldpolitik aus der Sicht der Marktakteure unberechenbar ist und damit für Erwartungsunsicherheit sorgt, sodass sie keine transparente und zuverlässige Basis für die individuellen ökonomischen Pläne der Akteure liefert. Dies ist regelmäßig nicht dazu geeignet, Vertrauen in die Geldpolitik zu schaffen.
- Regelgebundene Geldpolitik
Eine strikt regelgebundene Geldpolitik (open-loop-policy) ist dadurch gekennzeichnet, dass die Zentralbank verpflichtet ist, eine bestimmte Handlungsregel ohne Rücksicht auf die Spezifika der jeweiligen Handlungssituation auszuführen. Ein Beispiel einer solchen starren Regel wäre: „Erhöhe die Zentralbankgeldmenge jährlich um die konstante Rate k Prozent.“ Damit ist die Handlungsweise der Zentralbank exakt festgelegt und selbige verfügt nicht mehr über einen eigenen (diskretionären) Handlungsspielraum. Hiermit ist Erwartungssicherheit seitens der Marktakteure verbunden, die nun antizipieren können, wie sich die Zentralbankgeldmenge verändert und dies in ihren individuellen ökonomischen Plänen berücksichtigen. Damit wird eine hohe Glaubwürdigkeit der Geldpolitik bewirkt, die Vertrauen in die Funktionsfähigkeit der Geldordnung schaffen kann. Zudem wird ein Einsatz der Geldpolitik zu anderen als den Gemeinwohlinteressen (eigennutzmaximierende Politiker; Neue Politische Ökonomie) wesentlich erschwert. Der wesentliche Nachteil einer starren Regelbindung liegt darin, dass nicht differenziert auf unterschiedliche Inflations- oder Deflationsursachen reagiert werden kann. Darüber hinaus ist es geldtheoretisch zweifelhaft, ob eine langfristig konstante Wachstumsrate der Geldmenge tatsächlich für Preisniveaustabilität sorgen kann, da das Produktionspotential einer Volkswirtschaft durchaus nicht zwangsläufig einer konstanten Wachstumsrate unterliegt. Dies gilt umso mehr als Wissen über zukünftige ökonomische Entwicklungen heute nicht bzw. kaum in sicherer Weise verfügbar ist.
- Weitere Variante
Eine weitere Variante regelgebundener Geldpolitik stellt die Feedback-Regel (closed-loop-policy) dar. Hierbei ist die Ausführung der Handlungsregeln an den Eintritt spezifischer Ereignisse gebunden, sodass eine Rückkopplung (closed loop) zwischen Zielgröße und Instrumentenwahl bzw. -einsatz integriert ist. Ein Beispiel einer solchen Feedback-Regel könnte bspw. wie folgt formuliert werden: Erhöhe das Zentralbankgeldangebot um x Prozent pro Jahr, zzgl. y Prozent für jeden Prozentpunkt Arbeitslosenquote, abzüglich z Prozent für jeden Prozentpunkt Inflation oberhalb von 2 Prozent. Ist die Feedback-Regel den Marktakteuren bekannt, so ist Erwartungssicherheit bezüglich der Geldpolitik gegeben. Gleichzeitig ist eine solche Regelbindung relativ flexibel gegenüber unterschiedlichen Inflations- oder Deflationssituationen und -ursachen; dies gilt freilich nur insoweit, als das alle relevanten Situationsparameter i.d.R. erfasst sind. Damit bleibt auch diese Strategie regelgebundener Geldpolitik unflexibel gegenüber nicht erwarteten Ursachen von Fehlentwicklungen, welche bei einer prinzipiell offenen Zukunft dennoch auftreten können (bspw. in Form exogener Schocks - Ölpreiskrise - oder Innovationen an den Finanzmärkten).
Insgesamt wird es sich in der Realität nicht vermeiden lassen, den geldpolitischen Akteuren (den Zentralbänkern) gewisse (jedoch deutlich beschränkte) diskretionäre Spielräume zu belassen, um auf unerwartete Zukunftssituationen reagieren zu können. Somit können Regelbindungen real nur unvollständige Regelbindungen sein.
- Expansive versus kontraktive Geldpolitik
Expansive Geldpolitik ist eine geldpolitische Maßnahme, die sich in einer steigenden Änderungsrate der Geldmenge bzw. des Geldangebotes einer Zentralbank widerspiegelt. Dadurch wird versucht, die Wirtschaft zu beleben und einer konjunkturellen Abkühlung bzw. einer Rezession entgegen zu wirken. In der kurzen Frist sind belebende Wirkung auf Produktion beziehungsweise auf den Zinssatz möglich, in der mittleren Frist gilt die expansive Geldpolitik allerdings als wirkungslos, sodass sie letztendlich nur zu einer Preisniveauerhöhung führt. Selbst in der kurzen Frist bleibt die expansive Geldpolitik jedoch in einem deflationären Umfeld wirkungslos, insbesondere in den von Keynes beschriebenen Situationen der Investitions- und Liquiditätsfalle.
Kontraktive Geldpolitik umfasst alle Maßnahmen, welche die Änderungsrate des Geldangebotes, d.h. die Menge des umlaufenden Geldes, verringert. Vor allem in Zeiten konjunktureller Überhitzung kann kontraktive Geldpolitik eine wirksame Maßnahme darstellen. Sie führt zu Zinssteigerungen, Produktions- und Investitionsrückgang und soll darüber den Anstieg des Preisniveaus verlangsamen, also Inflationstendenzen eindämmen. Es besteht allerdings die Gefahr, dass Liquiditätsengpässe auftreten, die den Bankensektor destabilisieren können. Geldpolitik in einer offenen Volkswirtschaft
Die monetäre Politik kann ihre Maßnahmen nicht allein binnenwirtschaftlich ausrichten. Der Außenwert der Währung wird über die Wechselkurse zu ausländischen Währungen ausgedrückt. In einem System flexibler (marktlich bestimmter) Wechselkurse besteht prinzipiell die Möglichkeit zu einer autonomen, binnenwirtschaftlich ausgerichteten Geldpolitik, sofern die durch Wechselkursbewegungen entstehenden Verteuerungen oder Verbilligungen von Importen und Exporten hingenommen werden. In einem System fester oder lediglich in Bandbreiten flexibler Wechselkurse (und somit letztlich politisch bestimmter Kurse) wird hingegen eine binnenwirtschaftliche Geldpolitik durch die Notwendigkeit der Wahrung des festgelegten Wechselkurses, welcher üblicherweise Zentralbankinterventionen in den Devisenmarkt erfordert, eingeschränkt. Dies kann dann Devisenknappheit oder importierte Inflation mit sich bringen (vgl. auch Wechselkurssysteme).
https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19456/geldpolitik/
alle Maßnahmen, mit denen vor allem die Zentralbank den Geldumlauf und die Geld- und Kreditversorgung der Wirtschaft steuert. Wichtigstes Ziel ist dabei die Sicherung der Währung, also die Erhaltung des Geldwertes innerhalb der Volkswirtschaft (Preisniveaustabilität) und die Stabilität der Kaufkraft nach außen. Das erfordert vor allem die Steuerung der umlaufenden Link hat Vorschau-PopupInterner Link: Geldmenge
, da Geld einerseits so knapp sein muss, dass der Geldwert nicht leidet, andererseits aber eine ausreichende Versorgung der Wirtschaft mit Geld gewährleistet werden muss, um sämtliche Geldgeschäfte abwickeln zu können.
Die Steuerung der Geldmenge erfolgt dabei über Maßnahmen zur Beeinflussung der Zinssätze durch die Interner Link: Zinspolitik (siehe dort) und über die Beeinflussung der Bankenliquidität durch die Interner Link: Liquiditätspolitik (siehe dort). Träger der Geldpolitik war in Deutschland bis Ende 1998 die Interner Link: Deutsche Bundesbank (siehe dort). Seit dem 1. 1. 1999 ist das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) mit der Europäischen Zentralbank (EZB) an der Spitze für die Geldpolitik in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) verantwortlich. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben verfügt die EZB über verschiedene geldpolitische Mittel der Interner Link: Offenmarktpolitik (siehe dort), der Interner Link: Mindestreservepolitik (siehe dort) sowie über Interner Link: ständige Fazilitäten (siehe dort), die zum Teil der Interner Link: Lombardpolitik (siehe dort) der Bundesbank entsprechen. Die Link hat Vorschau-PopupInterner Link: Diskontpolitik
(siehe dort) gibt es nicht mehr.
eigene
Literatur
Weblinks
- [
NN bei Wikipedia], abgefragt 4.5.2025;
- [
NN bei Gablers Wirtschaftslexikon], abgefragt 4.5.2025;
- [
NN bei Bundeszentrale für politische Bildung], abgefragt 4.5.2025;
- [
NN bei Grundlagen Statistik], abgefragt 4.5.2025;
Geldwäsche
- Weiterleitung:
Hauptartikel-> [[]]
- Synonyme: [[]]
siehe auch-> [[]]
fe
https://de.wikipedia.org/wiki/Geldwäsche
Geldwäsche (in der Schweiz und Österreich auch: Geldwäscherei[1]) bezeichnet das Verfahren zur Einschleusung illegal erwirtschafteten Geldes bzw. von illegal erworbenen Vermögenswerten, sogenanntes Schwarzgeld, in den legalen Finanz- und Wirtschaftskreislauf. Da die zu „waschenden“ Vermögenswerte aus illegalen Tätigkeiten wie Korruption, Bestechung, Raub, Erpressung, Drogenhandel, ungenehmigtem Waffenhandel oder Steuerhinterziehung stammen, soll deren Herkunft verschleiert werden.
Geldwäsche ist ein internationales, grenzüberschreitendes Phänomen und Straftatbestand sowohl nach deutschem Strafrecht als auch dem anderer Länder. Die Bekämpfung der Geldwäsche wird als wichtiges Element im Kampf gegen die organisierte Kriminalität auch in Verbindung mit Terrorismusfinanzierung betrachtet. In aktuellen Wirtschaftswachstumsmodellen gilt Geldwäsche als einer der langfristigen und nachhaltigen Wachstumsverhinderer.[2]
Bei Geldwäsche gab es in den letzten drei Jahrzehnten in Deutschland eine Vervielfachung der Fallzahlen, entgegen dem Trend eines allgemeinen Kriminalitätsrückgangs.
drei Phasen des Geldwäscheprozesses:[6]
- Einspeisung (englisch placement)
- Verschleierung (englisch layering)
- Integration (englisch integration)
https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32018L1673 Richtlinie (EU) 2018/1673 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2018 über die strafrechtliche Bekämpfung der Geldwäsche
https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/geldwaesche-33890
Ausführliche Definition im Online-Lexikon
1. Charakterisierung: Verdecktes Einschleusen illegal erworbener Vermögenswerte in den legalen Wirtschaftskreislauf, v.a. im Bereich der Drogen- und der Organisierten Kriminalität. Der Wert soll erhalten bleiben, zugleich aber dem Zugriff der Strafverfolgungsbehörden entzogen werden. Gewaschenes Geld wird z.B. für den Kauf von Wertpapieren, Grundstücken und Edelmetallen, aber auch für den Erwerb von Unternehmensbeteiligungen verwendet. Die gesetzliche Bekämpfung in Deutschland erfolgt im wesentlichen über das Geldwäschegesetz (GwG), vom 23.6.2017 (BGBl. I S. 1822), und nach der Strafvorschrift des § 261 StGB.
Straftatbestand nach § 261 StGB mit bis zu zehn Jahren (in besonders schweren Fällen) Freiheitsstrafe. Durch das Geldwäschegesetz (GwG) vom 23.6.2017 (BGBl. I S. 1822) werden u.a. Banken, Finanzdienstleistungsinstitute,Versicherungen Investmentgesellschaften, Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Immobilienmakler, Spielbanken zur aktiven Mithilfe bei der Bekämpfung der Geldwäsche verpflichtet. Das GwG hatte schon 2008 eine für das dt. Rechtssystem neue Form der Verbrechensbekämpfung etabliert, indem v.a. nichtstaatliche Stellen mit Identifizierungs- und Dokumentationspflichten bedacht wurden. Nach dem aktuellen Gesetz gibt es Identifizierungs- und Dokumentationspflichten (§§ 4 bis 17 GwG) bei bestimmten Finanztransaktionen, sowie Anzeigepflichten bei Verdacht auf Geldwäsche (§ 43 GwG) und schließlich Organisationspflichten, die z.B. die Benennung eines Geldwäschebeauftragten (§ 7 I 1 GwG) oder die Einführung eines Risikomanagements betreffen (§§ 4-6 GwG).
§§ 18 ff. GwG regeln die Einrichtung des sog. Transparenzregisters. Das ist ein Register zur Erfassung und Zugänglichmachung von Angaben über den wirtschaftlich Berechtigten. Das Transparenzregister wird als hoheitliche Aufgabe des Bundes von der registerführenden Stelle elektronisch geführt. Daten, die im Transparenzregister gespeichert sind, werden als chronologische Datensammlung angelegt (vgl. www.Transparenzregister.de).
Nach § 27 GwG gibt es eine Zentrale Meldestelle zur Verhinderung, Aufdeckung und Unterstützung bei der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung nach Artikel 32 Absatz 1 der Richtlinie (EU) 2015/849 ist die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen. Die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen ist organisatorisch eigenständig und arbeitet im Rahmen ihrer Aufgaben und Befugnisse fachlich unabhängig. Sie ist eine Abteilung der Generalzolldirektion (Sitz: Köln). Nach § 31 GwG kann die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen z.B. den (automatisierten) Abruf bestimmter Daten gegenüber anderen öffentlichen Stellen (Polizeien etc.) veranlassen.
2. Pflichten für Kreditinstitute: a) Allgemeine Identifizierungspflichten: Bei Abschluss einer auf Dauer begründeten Geschäftsbeziehung (z.B. Kontoeröffnung) hat das Kreditinstitut den Vertragspartner zu identifizieren. Dies gilt auch bei Annahme von Bargeld (oder elektronischem Geld), Wertpapieren oder Edelmetallen im Rahmen bestimmter Wertgrenzen. Die Identifikation erfolgt durch einen gültigen Reisepass oder Personalausweis (§ 8 II GwG). Das Kreditinstitut hat die Identifizierungsdaten mindestens fünf Jahre aufzubewahren (§ 8 IV 1 GwG).
b) Feststellung des wirtschaftlich Berechtigten: Das Kreditinstitut hat sich zu erkundigen, ob der zu Identifizierende für eigene Rechnung handelt. Ist dies nicht der Fall, hat der zu Identifizierende dem Kreditinstitut Name und Adresse des wirtschaftlich Berechtigten mitzuteilen.
c) Automatisierter Abruf von Kontoinformationen nach § 24c I KWG: Kreditinstitute müssen den (automatisierten) Abruf bestimmter Daten gegenüber der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zulassen bzw. einrichten.
d) Errichtung von Sicherheitssystemen gegen Geldwäsche: Die Kreditinstitute müssen nach § 6 GwG über angemessene, geschäfts- und kundenbezogene Sicherungssysteme gegen Geldwäsche verfügen (vgl. auch § 25a KWG). Bei Sachverhalten, die aufgrund des Erfahrungswissens über die Methoden der Geldwäsche zweifelhaft oder ungewöhnlich sind, hat es diesen vor dem Hintergrund der laufenden Geschäftsbeziehung und einzelner Transaktionen nachzugehen.
3. Anzeige von Verdachtsfällen: Tatsachen, die darauf schließen lassen, dass eine Finanztransaktion der Geldwäsche oder der Terrorismusfinanzierung dient, sind von Kreditinstituten unverzüglich gem. § 43 GwG anzuzeigen.
4. Ernennung eines Geldwäschebeauftragten: Kreditinstitute haben einen Geldwäschebeauftragten zu benennen (inkl. Vertreter). Der Geldwäschebeauftragte ist der Geschäftsleitung des Kreditinstituts unmittelbar unterstellt und ist Ansprechpartner für Strafverfolgungsbehörden, BKA und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).
5. Maßnahmen außerhalb der Kreditwirtschaft: a) Generelle Unterrichtung der Finanzbehörden durch die Strafverfolgungsbehörden bei Einleitung eines Strafverfahrens wegen Geldwäsche. b) Strafrecht: Wer seinen Sorgfaltspflichten nicht nachkommt, kann nach dem Ordnungswidrigkeitenkatalog des § 56 GwG mit Geldbuße bis zu 150.000 Euro belegt werden. Weitaus höhere Geldbußen, über 1 Mio. Euro, drohen, wenn es um schwerwiegende, wiederholte oder systematische Verstöße geht. Die Geldwäsche selbst ist strafbar nach § 261 StGB, bei gewerbsmäßiger oder bandenmäßiger Geldwäsche Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren.
c) Die bei der Aufdeckung der Geldwäsche sichergestellten Werte unterliegen den Einziehungsvorschriften des StGB (§§ 73 ff. StGB).
6. Rechtsänderungen beim GwG: Bedingt durch internationale Entwicklungen bei diesem Straftatenbereich müssen auch die nationalen Gesetzgeber immer mal wieder nachziehen und aktualisieren. Mit der 4. EU-Geldwäscherichtlinie (vom 20.5.2015) waren beim GwG Umsetzungen der RL in nationales Recht vorzunehmen gewesen. Das erfolgte am 23. Juni 2017 (BGBl. I, 1822), das nationale Vorgängergesetz von 2008 wurde so im Jahr 2017 abgelöst. In der Sache ging es dabei u.a. um eine Stärkung des sog. risikobehafteten Ansatzes (Stichwort ist z.B. die Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung).
https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19465/geldwaesche/
Von Geldwäsche wird gesprochen, wenn Geld, das aus Straftaten stammt, durch Einzahlung auf Konten in den regulären Wirtschaftskreislauf eingeschleust und durch Kreuz-und-quer-Überweisungen die Herkunft der Mittel verwischt wird. Durch Verbuchen als Geschäftseinnahmen oder Bezahlung von Rechnungen für Scheingeschäfte wird das Geld »legalisiert«.
Das Gesetz zur verbesserten Bekämpfung der organisierten Kriminalität aus dem Jahr 1992 und das Geldwäschegesetz vom Herbst 1993 zielen darauf ab, kriminelle Gewinne abzuschöpfen und Geldwäsche zu verhindern. So werden die Finanzbehörden nun bereits bei der Einleitung eines Strafverfahrens wegen Geldwäsche und nicht wie zuvor erst nach rechtskräftiger Verurteilung informiert. Sie können damit schneller »potenzielle Steuerquellen ausschöpfen«. Zudem dürfen Geld und andere Vermögenswerte schon dann beschlagnahmt werden, wenn ein Verdacht auf kriminelle Herkunft besteht.
eigene
Literatur
Weblinks
- [
NN bei Wikipedia], abgefragt 4.5.2025;
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NN bei Gablers Wirtschaftslexikon], abgefragt 4.5.2025;
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NN bei Bundeszentrale für politische Bildung], abgefragt 4.5.2025;
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NN bei Grundlagen Statistik], abgefragt 4.5.2025;
NN
- Weiterleitung:
Hauptartikel-> [[]]
- Synonyme: [[]]
siehe auch-> [[]]
fe
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NN bei Grundlagen Statistik], abgefragt 4.5.2025;
Literatur
Weblinks
- Geld bei Wikipedia, abgefragt 4.5.2025;
- Geld bei Gablers Wirtschaftslexikon, abgefragt 4.5.2025;
- Geld bei Bundeszentrale für politische Bildung, abgefragt 4.5.2025;
Einzelnachweise
- ↑ Vom ahd. gelt ="Vergeltung, Entgelt", seit dem 8. Jhd. belegt; vgl. Wiktionary, Stichwort: Geld, abgefragt 4.5.2025.
- ↑ Wikipedia, Stichwort: Geld, abgefragt 4.5.2025 u.V.a. BGH WM 1984, 222.
- ↑ Wikipedia, Stichwort: Geld, abgefragt 4.5.2025 u.V.a. BGH WM 1984, 222.
- ↑ Wikipedia, Stichwort: Geldfunktion, abgefragt 4.5.2025.
- ↑ Wikipedia, Stichwort: Geldfunktion, abgefragt 4.5.2025.
- ↑ Wikipedia, Stichwort: Geld, abgefragt 4.5.2025.
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